Aktualisiert: 26. April 2026
Nafplios Wahrzeichen über der Stadt bietet weite Blicke auf Altstadt, Golf und Berge.
Warum hin?
Palamidi ist der beste Aussichtspunkt über Nafplio und zugleich eine der eindrucksvollsten Festungen Griechenlands. Man bekommt dort Geschichte, Architektur, Fotospots und Panorama in einem: venezianische Bastionen, Spuren der griechischen Revolution, Blick auf Bourtzi, Akronafplia, Altstadt und Argolischen Golf.
Beste Zeit?
Am besten früh morgens oder später Nachmittag, besonders im Sommer wegen Hitze und grellem Licht. Die angenehmsten Reisemonate sind April–Juni und September–Oktober. Mittags ist es heiß, hell und auf der Festung gibt es wenig Schatten.
Planung
- Für den Besuch etwa 1–2 Stunden einplanen, mit Aufstieg über die Treppen eher 2–3 Stunden
- Feste Schuhe, Wasser, Sonnenschutz und Kamera mitnehmen
- Wer die rund 857 Stufen vermeiden möchte, fährt mit Auto oder Taxi zum oberen Eingang
- Vorher aktuelle Öffnungszeiten und Eintritt prüfen.
Palamidi-Festung in Nafplio: vertiefte Recherche
Palamidi ist die große venezianisch-osmanisch-griechische Festung auf dem steilen Hügel östlich der Altstadt von Nafplio. Sie liegt je nach offizieller Quelle auf etwa 216 bis 220 m Höhe und dominiert Stadt, Hafen, Argolischen Golf, Bourtzi-Inselburg und Akronafplia-Felsen. Der Name bezieht sich auf Palamidis / Palamedes, eine mythische Figur aus dem Sagenkreis um Nafplios; die Stadtgeschichte Nafplios beschreibt ihn als Sohn des Nafplios und Enkel Poseidons, dem in der Mythologie unter anderem Erfindungen wie Leuchtfeuer, Würfel und zusätzliche Buchstaben zugeschrieben wurden. Nafplio
1. Warum Palamidi strategisch so wichtig war
Nafplio war über Jahrhunderte ein Schlüsselhafen der Argolis. Die Stadt kontrollierte nicht nur den Argolischen Golf, sondern auch Wege nach Argos, Mykene, Tiryns, Epidauros und ins östliche Peloponnes. Schon vor Palamidi war Nafplio stark befestigt: unten die Stadtmauern, auf dem Felsen Akronafplia, im Hafen Bourtzi. Palamidi schloss die gefährlichste Lücke: den hohen Hügel, von dem aus Artillerie die Stadt und die älteren Befestigungen hätte beherrschen können. Die UNESCO-Tentativliste beschreibt die drei Nafplio-Festungen — Akronafplia, Bourtzi und Palamidi — ausdrücklich als zusammenhängendes Festungssystem. Municipal Port Fund of Nafplio - Nafplio Port Fund - Greek Ports Association
Nafplio selbst war nach der Griechischen Revolution politisch enorm wichtig: Es wurde 1823 bis 1834 Hauptstadt des neu entstehenden griechischen Staates. Visit Greece nennt Nafplio die erste Hauptstadt des modernen Griechenlands und hebt die Mischung aus venezianischen, osmanischen und neoklassizistischen Spuren hervor. The Bourtzi Fortress in Nafplion - Bourtzi Fortress Nafplio
2. Baugeschichte: venezianisches Meisterwerk kurz vor dem Verlust
Palamidi entstand während der zweiten venezianischen Herrschaft über Nafplio beziehungsweise den Morea-Raum. Der Bau wird offiziell meist auf 1711–1715 datiert; andere Quellen, darunter UNESCO, sprechen von 1711–1714. Der Widerspruch ist erklärbar: Die Hauptarbeiten erfolgten in extrem kurzer Zeit, aber einzelne Teile wurden offenbar bei oder nach dem Machtwechsel fertiggestellt. Als Gründer gilt der venezianische Provveditore Agostino Sagredo; als Ingenieure werden Giancix / Giaxich und La Salle / Lasalle genannt.
Die Festung war ein spätes Produkt der barocken Bastionsarchitektur. Sie wurde nicht wie eine mittelalterliche Burg als ein einziger kompakter Baukörper konzipiert, sondern als System mehrerer, teils selbstständiger Bastionen. Das war entscheidend für die Artilleriezeit: Jede Bastion konnte verteidigt werden, selbst wenn eine andere Bastion verloren ging. Die Stadtgeschichte Nafplios betont, dass jede befestigte Einheit eigene Zisternen, Lebensmittel- und Waffenlager sowie Baracken hatte. Nafplio
Nur wenige Jahre nach Baubeginn war die venezianische Herrschaft wieder vorbei. 1715 nahmen die Osmanen Nafplio und Palamidi ein. Palamidi blieb bis zur Griechischen Revolution unter osmanischer Kontrolle. Nafplio
3. Aufbau der Festung: acht Bastionen, Verteidigung in Tiefe
Palamidi besteht aus acht Bastionen, die durch Mauern verbunden sind. Diese Verbindungsmauern schützten die Verteidiger beim Wechsel zwischen den Bastionen. Das ODAP-Heft nennt als typische Elemente Wasserreservoirs, Munitionsdepots, Vorratsräume, Gräben, Machicoulis, Mordlöcher, Stützmauern und Kasernen. Der erste Kern war der Bastion San Girardo / Agios Andreas; von dort wurden die übrigen Teile nahezu radial über das Gelände entwickelt.
Die Bastionen im Detail
| Bastion | Historische Namen / Funktion | Besonderheit |
|---|---|---|
| Epameinondas | Haupteingang heute; osmanisch Seytan Tabya, „Teufelsbastion“ | Heute betritt man Palamidi über diese Bastion von der Parkplatzseite. Die Osmanen fürchteten sie offenbar als verwundbaren Punkt. |
| Miltiades | Venezianisch Bastione / Baloardo Staccato, osmanisch Bazirgan Tabya | Hatte einen tiefen Graben an Süd- und Ostseite und Zugang nur von Westen; später Gefängnis für lebenslänglich Verurteilte. |
| Leonidas | Venezianisch Piatta Forma, osmanisch Kur Tabya | Schützte die Stadtseite beziehungsweise die Ebene unterhalb der Festung. |
| Agios Andreas | Venezianisch San Girardo, osmanisch Disdar Tabya | Zentrale und besonders wichtige Bastion mit Tor, Markuslöwen-Relief, Inschrift zu Sagredo und Kapelle Agios Andreas. |
| Robert | Venezianisch Mascio, osmanisch Deniz Kapi | Turmartige Bastion; benannt nach einem französischen Philhellenen Robert, der auf der Athener Akropolis fiel. |
| Fokionas / Phokion | Venezianisch Mezzo Bastione, osmanisch Tavil Tabya | Liegt südlich von Agios Andreas; von hier führt ein steiler Durchgang Richtung Arvanitia-Küste beziehungsweise Themistokles. |
| Themistokles | Venezianisch Posto di San Agostino, osmanisch Kara Tabya | Große Bastion, durch Gräben von Fokionas und Achilles getrennt; zusätzlich durch eine Mauer verstärkt. |
| Achilles | Venezianisch Doppia Tenaglia, osmanisch Yuruis Tabya | Verwundbarster Punkt; teils nur etwa 3 m hohe Mauer. Sowohl 1715 die Osmanen als auch 1822 die Griechen nutzten diesen Bereich für den entscheidenden Angriff. |
Eine wichtige Feinheit: Die Stadtgeschichte Nafplios schreibt, dass sechs Bastionen venezianisch waren, Epameinondas als venezianischer Bastion unvollendet blieb und nach der osmanischen Eroberung fertiggestellt wurde, während Phokion / Fokionas als achte Bastion von den Osmanen errichtet wurde. Auch UNESCO beschreibt, dass eine Bastion unvollendet war und von den Osmanen fertiggestellt wurde, während die letzte von ihnen gebaut wurde. Nafplio
4. Eroberung durch die Griechen 1822
In der Nacht vom 29. November 1822 wurde Palamidi im Rahmen der Griechischen Revolution eingenommen. Das ODAP-Heft nennt ausdrücklich den Achilles-Bastion als den Punkt, über den die Griechen eindrangen. Die Einnahme der Festung war entscheidend, weil sie die osmanische Kontrolle über Nafplio brach.
Die Kapelle in der Bastion Agios Andreas erhielt ihre heutige Bedeutung ebenfalls in diesem Kontext: Ursprünglich war sie San Girardo, dem Schutzheiligen der Familie Sagredo, gewidmet. Weil die Festung am Festtag des Agios Andreas eingenommen wurde, widmeten die Griechen die Kirche später ihm.
5. Palamidi als Gefängnis und die Kolokotronis-Erinnerung
Nach der Revolution diente Palamidi auch als Gefängnis. Der Bastion Miltiades wurde nach offizieller Darstellung als Gefängnis für Schwerverurteilte beziehungsweise lebenslänglich Inhaftierte genutzt; die Stadtgeschichte Nafplios nennt einen Zeitraum von 1840 bis etwa 1926.
Besonders bekannt ist die Verbindung mit Theodoros Kolokotronis, einem der bedeutendsten Führer der Griechischen Revolution. Vor Ort wird ein kleiner, dunkler Raum nahe der Kapelle Agios Andreas traditionell als „Gefängnis von Kolokotronis“ gezeigt. Das ODAP-Heft macht hier aber eine wichtige Einschränkung: Dieser Raum war offenbar ursprünglich eher ein sekundäres Pulvermagazin; die Bezeichnung als Kolokotronis-Gefängnis setzte sich wohl erst im frühen 20. Jahrhundert nach Aufhebung der Gefängnisnutzung durch.
Kurz gesagt: Palamidi war tatsächlich Gefängnis, und Kolokotronis ist stark mit der Erinnerung an den Ort verbunden; die konkrete „Zelle“ ist jedoch historisch nicht völlig eindeutig.
6. Die berühmten Stufen: 999, 857 oder über 1.000?
Die populäre Legende spricht von 999 Stufen. Offizielle und lokale touristische Quellen korrigieren das häufig auf 857 Stufen bis zum Festungseingang; wer weiter bis zum höchsten Punkt geht, kommt insgesamt auf mehr Stufen. Das ODAP-Heft erklärt zusätzlich, dass es schon früh eine Treppenanlage am Palamidi-Hügel gab: Ein ursprünglicher, teils gewölbter Zugang mit Lüftungsöffnungen wird auf 1690 datiert; die heute genutzte Treppe wird der Zeit König Ottos zugeschrieben, und genau um sie rankt sich die Legende der 999 Stufen.
Für Besucher heißt das: Der Aufstieg ist steil, aber machbar, wenn man fit ist. Im Sommer sollte man ihn früh morgens oder am späten Nachmittag machen. Wer nicht laufen möchte, fährt über die Straße zum oberen Eingang auf der Parkplatzseite.
7. Aktuelle Besuchsinformationen für Palamidi
Stand: April 2026. Die Daten können sich ändern; für konkrete Reisetage sollte man die offizielle Seite oder hhticket prüfen.
| Thema | Information |
|---|---|
| Eintritt Palamidi | Regulär 20 €, ermäßigt 10 €. Freier Eintritt unter anderem für EU-Bürger bis 25 Jahre und Kinder außerhalb der EU bis 5 Jahre. ([Argolis Culture][4]) |
| Freie Eintrittstage | 28. Oktober, 6. März, 18. April, 18. Mai, letztes Septemberwochenende, erster Sonntag im Monat von 1. November bis 31. März. ([Argolis Culture][4]) |
| Letzter Einlass | 20 Minuten vor Schließung. ([Argolis Culture][4]) |
| Haustiere | Nicht erlaubt; Assistenzhunde sind zugelassen. ([Argolis Culture][4]) |
| Kontakt | Ephorate of Antiquities of Argolida; Palamidi-Telefon wird offiziell mit +30 27520 28036 genannt. ([Argolis Culture][4]) |
Öffnungszeiten Palamidi
| Zeitraum | Öffnungszeiten |
|---|---|
| 1. April – 1. Mai | 08:00–19:00 |
| 2. Mai – 31. August | 08:00–20:00 |
| 1. September – 15. September | 08:00–19:30 |
| 16. September – 30. September | 08:00–19:00 |
| 1. Oktober – 15. Oktober | 08:00–18:30 |
| 16. Oktober – 31. Oktober | 08:00–18:00 |
| 1. November – 30. November | 08:30–15:30 |
| 1. Dezember – 31. März | 08:30–15:30 |
Geschlossen ist Palamidi unter anderem am 1. Januar, 25. März, Ostersonntag, 1. Mai sowie 25.–26. Dezember. Bourtzi Fortress of Nafplio - Εταιρεία Ακινήτων Δημοσίου Α.Ε.
8. Beste Art, Palamidi zu besichtigen
Die beste Route hängt davon ab, ob du den sportlichen oder den komfortablen Zugang willst.
Sportliche Route: Start in der Altstadt / Nähe Staikopoulos-Park, Aufstieg über die Treppen, Eintritt oben, Rundgang durch die Bastionen, Abstieg wieder über die Treppe. Vorteil: Die Perspektive auf Nafplio wird mit jeder Stufe besser. Nachteil: im Sommer heiß und kaum Schatten.
Komfortable Route: Taxi, Mietwagen oder Ausflugsbus zum oberen Eingang bei Epameinondas. Dann zuerst Agios Andreas und Kolokotronis-Erinnerungsraum, danach Robert, Fokionas, Themistokles und Achilles. Vorteil: weniger anstrengend. Nachteil: Man verpasst das klassische „999-Stufen“-Erlebnis.
Fotografisch beste Zeiten: Früh am Morgen für klareres Licht auf Stadt und Hafen; später Nachmittag für warmes Licht auf den Mauern und Blick Richtung Bourtzi. Mittags ist die Festung sehr hell, heiß und kontrastreich.
Relevante und ähnliche Sehenswürdigkeiten in der Nähe
A. Direkt in Nafplio: die „Festungs-Trias“
1. Akronafplia
Akronafplia ist die ältere Festung Nafplios auf dem Felsen über der Altstadt. Während Palamidi ein spätvenezianisches Artilleriewerk ist, reicht Akronafplia als Siedlungs- und Befestigungsplatz viel weiter zurück. Die UNESCO-Tentativliste beschreibt Akronafplia als den ummauerten Burgbereich Nafplios von der Antike bis zum späten 15. Jahrhundert; in fränkischer Zeit war sie in einen „fränkischen“ und einen „griechischen“ Burgbereich geteilt, später ergänzten die Venezianer das Castello di Toro. Municipal Port Fund of Nafplio - Nafplio Port Fund - Greek Ports Association
Warum relevant: Von hier versteht man besser, warum Palamidi später so wichtig wurde. Akronafplia war die alte Akropolis; Palamidi war die moderne Artillerieantwort. Der Eintritt ist laut Ephorate-Seite frei. Home - Bourtzi Fortress Nafplio
2. Bourtzi
Bourtzi ist die kleine Festung auf der Insel Agioi Theodoroi im Hafen. Sie wurde im ersten venezianischen Zeitraum erbaut und hieß ursprünglich Castel Pasqualigo; sie wurde auch als „Fortress of the Rock“ oder „Castello a mare“ bezeichnet. Die UNESCO-Beschreibung nennt die Funktion besonders klar: Bourtzi schützte die Hafeneinfahrt, hatte zentrale Türme und Kanonenstellungen, und dicke Ketten konnten vom Fort über den Hafen gespannt werden — daher der Name Porto Catena. Tourist Port (Marina) Nafplio - pppunit.minfin.gov.gr
Aktuell ist der Zugang per Boot möglich; das offizielle Bourtzi-Portal nennt 7 € regulär, 5 € ermäßigt, Zugang per Boot separat, barrierearme Einrichtungen mit Aufzug bis zum ersten Stock und WC für Menschen mit Behinderung. Die Öffnungszeiten variieren saisonal, etwa Juli–August 09:00–21:00 und November–März 09:00–17:00. Tourist Port (Marina) Nafplio - pppunit.minfin.gov.gr
3. Stadtmauern, Land Gate und Altstadt
Nafplios Altstadt ist kein einzelnes Monument, sondern ein ganzes historisches Ensemble. Visit Greece hebt die engen Kopfsteinpflastergassen, neoklassizistischen Häuser, türkischen Brunnen, venezianischen und osmanischen Bauten, Syntagma-Platz, Kirchen und Museen hervor. Besonders relevant sind Syntagma-Platz, Vouleftikon als ehemaliges Parlamentsgebäude, die Kirche Agios Spyridon, vor der Ioannis Kapodistrias ermordet wurde, und die Pili tis Ksiras / Land Gate. The Bourtzi Fortress in Nafplion - Bourtzi Fortress Nafplio
B. Museen in Nafplio
Archäologisches Museum Nafplio
Das Archäologische Museum liegt am Syntagma-Platz in einem dreistöckigen venezianischen Gebäude von 1713, das unter Agostino Sagredo ursprünglich als Marine- beziehungsweise Flottenlager errichtet wurde. Die Ausstellung behandelt die Kulturgeschichte der Argolis von der Vorgeschichte bis in die Spätantike. Besonders wichtig ist die mykenische Dendra-Rüstung aus dem späten 15. Jahrhundert v. Chr., eines der eindrucksvollsten erhaltenen Beispiele mykenischer Schutzbewaffnung. Nafplio Marina Project PPP Agreement Finalized | GTP Headlines
Praktisch: Das Museum öffnet laut Museumsportal 08:30–15:30, ist dienstags geschlossen und kostet regulär 10 €. Nafplio, Greece Marina Development in a Historic Mediterranean Harbor | Structurmarine
War Museum, Komboloi Museum, Peloponnesian Folk Art Museum
Diese sind keine Festungen, aber gute Ergänzungen, wenn man Nafplio als historische Hauptstadt verstehen möchte. Visit Greece nennt unter anderem das War Museum in Gebäuden der ehemaligen ersten Militärakademie, das Peloponnesian Folk Art Museum, das Children’s Museum und das Komboloi Museum als sehenswerte Orte. The Bourtzi Fortress in Nafplion - Bourtzi Fortress Nafplio
C. Antike Stätten im nahen Umkreis
1. Tiryns
Tiryns liegt nur wenige Kilometer nördlich von Nafplio; Visit Greece nennt 7 km, andere lokale Quellen nennen 8 km. Die Stätte gehört gemeinsam mit Mykene zum UNESCO-Welterbe. Tiryns ist besonders wegen seiner zyklopischen Mauern wichtig, die in der späten Bronzezeit errichtet wurden. UNESCO beschreibt Tiryns als herausragendes Beispiel mykenischer Zivilisation und nennt Mauern von bis zu 8 m Dicke und 13 m Höhe. The Bourtzi Fortress in Nafplion - Bourtzi Fortress Nafplio
Warum passend zu Palamidi: Beide Orte sind Befestigungen, aber aus völlig verschiedenen Epochen: Tiryns zeigt Bronzezeit-Machtarchitektur; Palamidi zeigt Artilleriearchitektur des 18. Jahrhunderts.
2. Mykene
Mykene ist einer der wichtigsten Orte der bronzezeitlichen Ägäis und gemeinsam mit Tiryns UNESCO-Welterbe. Das Museumsportal beschreibt das Museum von Mykene als Teil des archäologischen Geländes auf der Akropolis und erklärt, dass es Alltag, Jenseitsvorstellungen und Leistungen der mykenischen Zivilisation zeigt. Der Eintritt liegt laut Museumsportal bei 20 €, inklusive archäologischem Gelände; Öffnungszeiten sind im Winter 08:30–15:30 und im Sommer im April 08:00–19:00, ab Mai 08:00–20:00. ([Αρχαιολογικά Mουσεία της Ελλάδας][9])
Besonders sehenswert: Löwentor, Gräberrund A, Palastbereich, Museum und Schatzhaus des Atreus. Von Nafplio aus ist Mykene ein klassischer Halbtagesausflug; Verkehrsportale nennen etwa 21–24 km beziehungsweise rund 30–45 Minuten je nach Verkehr und Verbindung. ([Rome2Rio][10])
3. Asklepieion und Theater von Epidaurus
Das Heiligtum des Asklepios bei Epidaurus ist UNESCO-Welterbe und eines der bedeutendsten Heiligtümer der antiken Medizin- und Heilungsgeschichte. UNESCO beschreibt es als weiträumige Anlage mit Tempeln und Krankenhausbauten, die wertvolle Einblicke in Heilungskulte der griechischen und römischen Zeit gibt. ([UNESCO World Heritage Centre][11])
Das Museumsportal nennt das Museum von Epidaurus eines der ältesten Museen antiker griechischer Architektur und verweist auf Funde aus den Grabungen von 1881–1928. Öffnungszeiten liegen im Winter bei 08:00–17:00 beziehungsweise ab März 08:00–18:00; im Sommer April 08:00–19:00 und ab Mai 08:00–20:00, Eintritt regulär 20 € inklusive archäologischem Gelände. ([Αρχαιολογικά Mουσεία της Ελλάδας][12])
Warum passend: Nach Palamidi bietet Epidaurus den Kontrast zwischen militärischer Landschaftsbeherrschung und sakraler Heilarchitektur — plus eines der berühmtesten antiken Theater Griechenlands.
D. Ähnliche Festungen und Wehrbauten in der Argolis
1. Larissa-Burg von Argos
Die Larissa-Burg über Argos ist für Festungsinteressierte fast Pflicht. Die Ephorate-Seite beschreibt eine Befestigungsgeschichte von der Vorgeschichte bis zur Revolution von 1821. Der Hügel war Beobachtungsposten und letzte Verteidigungslinie von Argos; erhalten sind Spuren mykenischer Befestigungen des 13. Jahrhunderts v. Chr., mittelalterliche Mauern, Türme und spätere Anpassungen an Feuerwaffen. ([Argolis Culture][13])
Warum passend zu Palamidi: Larissa zeigt eine extrem lange Befestigungskontinuität, während Palamidi ein hochkonzentriertes Spätprodukt venezianischer Festungstechnik ist.
2. Kiveri Castle / Myloi
Das Castle Kiveri bei Myloi liegt am südlichen Rand der Argolischen Ebene nahe dem Meer. Die Ephorate nennt seine Sichtbeziehung zu Larissa und Akronafplia und seine Funktion zur Kontrolle der Argolis-Ebene und der südlichen Einfahrt in den Golf von Argos. ([Argolis Culture][14])
3. Palaiokastro Agios Adrianos und weitere Wachtürme
Die Ephorate führt in ihrer Route „Fortified Monuments & Watchtowers“ weitere kleinere Wehrorte auf, darunter Palaiokastro / Agios Adrianos, das in ein hellenistisches Verteidigungsnetz eingebunden war und die Landroute zwischen Argos und Epidauros kontrollierte. ([Argolis Culture][14])
E. Natur, Spaziergänge und Strände als Ergänzung
Nach der Festung lohnt sich die Arvanitia-Promenade, ein etwa 1 km langer Spazierweg unterhalb von Akronafplia mit Blick auf Felsen und Meer. Visit Greece nennt sie den beliebtesten Spaziergang der Stadt. Für Baden in der Nähe werden Arvanitia, Karathona, Nea Kios, Miloi, Kiveri und Tolo genannt; Tolo liegt laut Visit Greece etwa 15 Minuten von Nafplio entfernt. The Bourtzi Fortress in Nafplion - Bourtzi Fortress Nafplio
Sinnvolle Routen
Route 1: Nafplio-Festungen an einem Tag
Morgens Palamidi, danach Abstieg oder Fahrt in die Altstadt. Mittag am Syntagma-Platz und Besuch des Archäologischen Museums. Nachmittags Akronafplia und abends Bourtzi per Boot oder Blick vom Hafen.
Route 2: Militärgeschichte und Festungsarchitektur
Palamidi → Akronafplia → Bourtzi → Larissa-Burg in Argos → Kiveri Castle. Das ist ideal, wenn du Palamidi nicht isoliert betrachten willst, sondern als Teil eines ganzen Verteidigungsnetzes rund um den Argolischen Golf.
Route 3: Antike Argolis
Nafplio → Tiryns → Mykene → Heraion von Argos → zurück nach Nafplio. Tiryns und Mykene zeigen die bronzezeitliche Vorgeschichte der Region, während Palamidi die frühneuzeitliche Militärgeschichte verkörpert.
Route 4: Klassischer Tagesausflug
Nafplio → Mykene → Epidaurus → Nafplio. Das ist touristisch sehr beliebt, aber historisch logisch: mykenische Palastkultur, antikes Heiligtum, berühmtes Theater und venezianisch-osmanisch-griechische Hauptstadtgeschichte in einem Radius.
Kurzfazit
Palamidi ist mehr als ein Aussichtspunkt. Es ist ein kompaktes Lehrbuch der Festungsarchitektur um 1700, ein Symbol der Griechischen Revolution, ein Erinnerungsort der jungen griechischen Staatsgeschichte und zugleich der beste Aussichtsbalkon über Nafplio. Am spannendsten wird der Besuch, wenn man Palamidi zusammen mit Akronafplia und Bourtzi liest: oben die spätvenezianische Artilleriefestung, darunter die ältere Akropolis der Stadt, im Hafen die Inselburg gegen Seeangriffe. In der Umgebung ergänzen Tiryns, Mykene, Epidaurus und Larissa-Burg die Geschichte um Bronzezeit, klassische Antike und mittelalterlich-frühneuzeitliche Wehrarchitektur.
