Aktualisiert: 26. April 2026
Das Ufer verbindet Bourtzi-Blick, Abendspaziergänge, Bootsfahrten und einen einfachen Ankunftspunkt in der Stadt.
Warum hin?
Der Hafen ist praktisch und schön zugleich. Hier öffnet sich Nafplio zum Golf, mit Bourtzi im Blick und der Altstadt direkt dahinter.
Beste Zeit?
Sonnenuntergang ist der Klassiker. Morgens ist es ruhiger für einen Spaziergang vor der Wärme.
Planung
- Als Treffpunkt gut geeignet.
- Bootsoptionen nach Bourtzi vor Ort prüfen.
- Von hier in die Altstadt laufen, statt das Auto mehrfach zu bewegen.
Es gibt Häfen, an denen man ankommt. Und es gibt Häfen, an denen man stehen bleibt. Der Hafen von Nafplio gehört eindeutig zur zweiten Sorte. Du spazierst an der Uferpromenade entlang, das Wasser des Argolischen Golfs liegt ruhig vor dir, kleine Boote schaukeln im Licht, und mitten in der Bucht sitzt Bourtzi wie eine steinerne Erinnerung daran, dass Nafplio nie einfach nur ein hübscher Küstenort war. Diese Stadt war Festung, Machtzentrum, Sehnsuchtsort – und zwischen 1823 und 1834 sogar die erste Hauptstadt des jungen griechischen Staates. Nafplio
Nafplio liegt in der Argolis im östlichen Peloponnes, an einer natürlich geschützten Bucht. Genau diese Lage machte den Ort über Jahrhunderte so wertvoll: Wer den Hafen kontrollierte, kontrollierte einen wichtigen Zugang zum Land, zur fruchtbaren Ebene und zu den Handelswegen im östlichen Mittelmeer. Heute ist der Hafen zwar viel friedlicher, aber seine Bedeutung ist geblieben. Der Municipal Port Fund beschreibt ihn als einen der wichtigen touristischen und kommerziellen Häfen des Peloponnes; er bedient Kreuzfahrtschiffe, Handelsschiffe und private Freizeitboote und versteht sich zugleich als Tor zur ersten Hauptstadt des modernen Griechenlands. Municipal Port Fund of Nafplio - Nafplio Port Fund - Greek Ports Association
| Auf einen Blick | Hafen von Nafplio |
|---|---|
| Lage | Argolischer Golf, Peloponnes |
| Charakter | Historischer Stadt- und Tourismushafen |
| Wahrzeichen | Bourtzi-Festung auf der kleinen Insel Agioi Theodoroi |
| Nähe zur Altstadt | Der Hafen liegt fußläufig zur Altstadt; das Zentrum wird von offizieller Hafenseite mit ca. 700 m Entfernung angegeben |
| Gut für | Spaziergänge, Bootsfahrt nach Bourtzi, Sonnenuntergang, Altstadtbummel, Kreuzfahrtstopp, Palamidi- und Akronafplia-Blicke |
Was uns an Nafplios Hafen besonders gefällt: Er wirkt nicht wie eine Kulisse, die nur für Besucher aufgebaut wurde. Er ist schön, ja, fast unverschämt fotogen. Aber er bleibt dabei funktional. Hier mischen sich Ausflugsboote, Yachten, Hafenbetrieb, Spaziergänger, Cafés und der Blick auf die Festungen zu einem Bild, das gleichzeitig mediterran leicht und historisch schwer ist.
Bourtzi: Die kleine Festung, die den Hafen groß macht
Wenn du am Kai stehst, zieht dein Blick fast automatisch zur kleinen Insel vor der Stadt. Bourtzi ist der Fixpunkt des Hafens, das Motiv, das auf Postkarten landet – und gleichzeitig ein Stück Militärarchitektur mit erstaunlicher Geschichte. Die Festung wurde in der ersten venezianischen Herrschaftszeit errichtet; die Arbeiten begannen 1471 unter dem Architekten Antonio Gambello, später übernahm Niccolò Brancaleone die Aufsicht, und Gambello kehrte 1477 nochmals zur Kontrolle zurück. The Bourtzi Fortress in Nafplion - Bourtzi Fortress Nafplio
Ihr Zweck war klar: Bourtzi sollte den Zugang zum Hafen schützen. Die Venezianer kombinierten die Seefestung mit der landseitigen Bastion der „Fünf Brüder“, denn große Schiffe konnten nur durch diese Passage in den Hafen gelangen. Besonders faszinierend ist die berühmte eiserne Kette: Sie verlief von Bourtzi zur Mole bei der Bastion. Wurde sie gespannt, lag sie knapp unter der Wasseroberfläche und blockierte die Hafeneinfahrt; wurde sie gelockert, konnten Schiffe passieren. So erhielt Nafplio auch den Namen „Porto Catena“ – Hafen der Kette. The Bourtzi Fortress in Nafplion - Bourtzi Fortress Nafplio
Noch spannender wird es unter Wasser. Rund um die Insel legten die Venezianer eine Art Unterwasserbefestigung aus Felsblöcken an, die sogenannte „porporella“. Sie sollte verhindern, dass Schiffe mit tiefem Tiefgang zu nahe an die Festung herankamen. Laut der Bourtzi-Dokumentation mussten Schiffe zwischen 1480 und 1515 beim Einlaufen sogar Steine mitbringen, die an der Befestigung abgeladen wurden. Ein mittelalterliches Hafen-Sicherheitssystem, das fast schon wie eine maritime Maut in Steinform klingt. The Bourtzi Fortress in Nafplion - Bourtzi Fortress Nafplio
Bourtzi verteidigte Nafplio rund 350 Jahre lang und spielte auch während des griechischen Unabhängigkeitskampfes eine Rolle. Danach bekam die Insel eine düstere Funktion: Im 19. Jahrhundert diente sie als Wohnort für Personen, die mit Hinrichtungen im Palamidi-Gefängnis in Verbindung standen. Später wurde aus dem Bollwerk ein Ort der Gastfreundschaft. In den frühen 1930er-Jahren wurde Bourtzi zu einem touristischen Zentrum mit Hotel und Restaurant umgewandelt; das Hotel hatte 14 Zimmer und blieb bis in die späten 1960er-Jahre in Betrieb. The Bourtzi Fortress in Nafplion - Bourtzi Fortress Nafplio
Heute kannst du Bourtzi wieder besuchen. Nach Restaurierungs- und Erhaltungsarbeiten ist die Festung als Kulturdenkmal zugänglich; im Inneren gibt es unter anderem einen Ausstellungsbereich, einen Museumsshop, barrierefreie Einrichtungen und sogar einen erhaltenen Hotelraum, der an die ungewöhnliche Vergangenheit als Unterkunft erinnert. Bourtzi Fortress of Nafplio - Εταιρεία Ακινήτων Δημοσίου Α.Ε.
Praktisch: So besuchst du Bourtzi
Der Zugang zur Festung erfolgt per Boot und kostet zusätzlich zur Eintrittskarte eine Bootsgebühr. Die offiziellen Öffnungszeiten variieren je nach Saison: Im Juli und August ist Bourtzi täglich von 9:00 bis 21:00 Uhr geöffnet, im September bis 20:00 Uhr, im Winterhalbjahr meist bis 17:00 Uhr; die letzte Überfahrt findet 50 Minuten vor Schließung statt. Das reguläre Ticket kostet 7 €, ermäßigt 5 €. Home - Bourtzi Fortress Nafplio
Für deinen Besuch würden wir dir raten:
- Geh nicht zu spät los, wenn du wirklich in Ruhe über die Insel laufen möchtest.
- Nimm die Kamera mit, aber leg sie zwischendurch weg – die Aussicht auf Nafplio, Palamidi und die Altstadt ist zu schön, um sie nur durch ein Display zu sehen.
- Plane Bourtzi nicht als Tagesausflug, sondern als kurze, intensive Etappe. Gerade das macht den Reiz aus.
- Prüfe Öffnungszeiten vor Ort, besonders außerhalb der Hauptsaison oder an Feiertagen.
Der heutige Hafen: klein genug zum Ankommen, groß genug für Bewegung
Der Hafen von Nafplio ist kein riesiger Fährhafen, in dem du zwischen Terminals, Schnellstraßen und Parkplätzen verloren gehst. Er ist überschaubar, städtisch und sehr angenehm zu Fuß erlebbar. Gleichzeitig ist er funktional: Laut Greek Ports Association ist er 24 Stunden geöffnet, wendet den ISPS-Code an, verfügt über einen Passagierterminal, Wasserbereitstellung für Schiffe, Informationsschalter, kostenloses WLAN sowie Anbindung an Busse, touristische Busse und den kleinen Touristenzug. Die offiziellen Angaben nennen außerdem eine Taxistation in ca. 200 m und den Busbahnhof in ca. 300 m Entfernung. Municipal Port Fund of Nafplio - Nafplio Port Fund - Greek Ports Association
Ein paar Orte, die du vom Hafen aus wunderbar kombinieren kannst:
- Bourtzi: kurze Bootsfahrt, starke Aussicht, viel Geschichte.
- Syntagma-Platz: Herz der Altstadt, umgeben von historischen Gebäuden.
- Palamidi: die große Festung über der Stadt, 216 m über dem Meer.
- Akronafplia: der ältere Festungsbereich, perfekt für Blicke über die Stadt.
- Arvanitia-Promenade: ein rund 1 km langer Küstenweg, besonders schön zum Sonnenuntergang. Nafplio
Palamidi ist übrigens der Klassiker für alle, die gerne mit einer kleinen Herausforderung belohnt werden. Die berühmten 999 Stufen führen hinauf zur Festung, und oben öffnet sich der Blick über die Stadt, den Argolischen Golf und die Ebene – einer dieser Momente, in denen man kurz versteht, warum um diese Stadt so lange gerungen wurde. Nafplio
Fazit: Nafplios Hafen ist kein Nebenschauplatz
Viele Orte haben einen Hafen. In Nafplio ist der Hafen ein Hauptdarsteller. Er erzählt von venezianischen Ingenieuren, osmanischen Namen, griechischer Unabhängigkeit, Kreuzfahrtgästen, Bootsausflügen, Hotelträumen auf einer Festungsinsel und modernen Marina-Plänen. Er ist schön genug für ein Foto – aber viel interessanter, wenn du länger hinschaust.
Und vielleicht ist genau das der beste Reisetipp für Nafplio: Komm nicht nur, um Bourtzi zu sehen. Komm, um am Hafen Zeit zu verlieren. Denn hier fühlt sich Geschichte nicht trocken an, sondern salzig, warm und lebendig.
